Rolf Stolz · · · Literatur und Photographie
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SCHWESTER SCHWESTER BRUDER (Arbeitstitel)
Roman Exposé Der Roman ist entstanden aus vielen Gesprächen mit einer 1937 geborenen Frau, die Ende der achtziger Jahre zusammen mit ihrer Schwester wegen Mordes an deren Mann zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde - Gespräche über die Haftsituation, über die Vorgeschichte, den möglichen Ablauf und die Folgen der Tat (begangen von ihr und ihrer Schwester oder von ihrer Schwester und ihrem Bruder oder nur von dem Bruder oder ...). Nach fünfzehn Jahren Haft ist diese Frau heute auf Bewährung in Freiheit. Über ihre Begnadigung ist noch nicht endgültig entschieden worden. Das Hineinverwickelt-Sein mehrerer Familienangehöriger in den Mord am Mann/Schwager/Schwiegersohn, die Spannung zwischen proletarisch-plebejischer Herkunft der Protagonistin und ihrem nur an der Oberfläche gelungenen gesellschaftlichen Aufstieg zur Direktorin, die Konfrontation unvereinbarer sozialer Milieus, Rückblenden in die vierziger und fünfziger Jahre (also sozusagen in die Vor-Geschichte der Vorgeschichte) sind wesentliche Strukturelemente dieses Buches, das weder ein Kriminalroman noch eine bekenntnishafte Lebensbeschreibung ist. Das Buch schlägt einen weiten Bogen von der Vätergeneration (der Vater wird als Sprengstoffexperte zum Bau der V2-Raketen ins KZ "Dora Mittelbau" in Thüringen abkommandiert) bis zu den Frauen der "RAF", denen die Gefangene in der Haft begegnet. Ich habe versucht, die Geschichte in den Geschichten und die Hinter-Gründe des tödlichen Handelns einzufangen und immer wieder Übergänge zwischen dem Möglichen und dem Realen zu suchen, das fraglich bleibt trotz aller Beweissicherung. Auf die Frage, ob diese Frau, die sich für unschuldig erklärt, zur Mörderin wurde, habe ich meine besondere Antwort. zum Seitenanfang
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