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TAGEHEFT
ZUM TAGEHEFT
In den Tageheften habe ich seit dem 1. Mai 2011 Tag für Tag festgehalten, was mir wichtig war - in einem oder mehreren Sätzen. Hier im Netz sind diese Texte seit April 2013 erschienen. Das erste Tageheft (2011-2012) ist 2016 als Buch erschienen, das zweite (2013-2014) 2017, das dritte (2015-2016) 2018, das vierte (2017-2018) 2019, das fünfte (2019-2020) 2021, das sechste (2021-2022) 2023, das siebte (2023-2024) 2025 (siehe unter AKTUELLES).
1. Juli 2026
Daß alle gleich sind, gleich zu behandeln und zu beherrschen, ist der Wunschtraum der Herrschenden und der Alptraum derer, die nicht beherrscht werden wollen.
2. Juli 2026
„Er ist beherrscht“ bedeutet, daß er sich beherrschen läßt und es nicht einmal schafft, sich darüber aufzuregen.
3. Juli 2026
Was da ist, ist für einen Augenblick gegenwärtig da. Außerhalb dieser künstlichen Zeiteinheit, die nur in unserem Gefühl wirksam und wirklich ist, ist das Existente immer gewesen oder zukünftig.
4. Juli 2026
Das Sein ist ohne Zeit und so der Gegenpol zur Zeit.
5. Juli 2026
Die Narren widerlegten Parmenides mit ihrer Beobachtung, der Pfeil sei geflogen und nicht in einem Ruhezustand gewesen. Den Weisen amüsierte dies köstlich. „Ihr seid“, antwortete er ihnen, „nur habt ihr es noch nicht gemerkt.“
6. Juli 2026
Gäbe es eine absolute Gegenwart und Zeitlosigkeit, wäre alles Gewesene in allen seinen Stadien und Spuren präsent. Das wäre die Totalität des Seins, in der das Existente aufgehoben ist.
7. Juli 2026
Wie wenige Menschen wir mit unserem Spott und unseren Angriffen treffen! Wieviele Menschen für sich sind und nicht für uns. Wieviele, die vielleicht für uns bestimmt waren, haben wir unterwegs verloren?
8. Juli 2026
Immer wieder in den Geschichten Lücken, Abbrüche, Verschwiegenes. Immer wieder Leerflächen zwischen den Farbstrichen und in den Ouvertüren ein zielloses Glissando.
9. Juli 2026
Der Dummdeutsche weigert sich anzuerkennen, dass auch Deutsche Verbrecher sein können, auch jüdische Deutsche. Er verweigert die schlichte Erkenntnis, dass die NSDAP eher eine spezielle Linkspartei war als eine gewöhnliche Rechtspartei und dass in einer Partei wie in einer Person unterschiedliche, ja sogar gegensätzliche Elemente sich zusammenfinden. Gerade diese inneren Widersprüche erzeugen unter dem Strich Kraft.
10. Juli 2026
Das kleine jüdische Volk ist in verschiedenen Ländern ein Stamm unter Stämmen, allerdings oft ein umstrittener. Dieses Volk speist sich aus akut ihren Glauben rituell praktizierenden Juden, Überwechslern, die die Synagoge aufgegeben haben für ein anderes Glaubensbekenntnis, darunter das des Zweifelns und der Teilnahmslosigkeit, und Kuckuckskindern, die irgendwann oder nie aufgeklärt wurden.
11. Juli 2026
Ein Volk kann man nur dann verlassen, wenn man die Gene komplett austauscht. Zu einem Volk gehört man mit oder ohne Bewußtsein der eigenen Identität.
12. Juli 2026
Man muß einem Volk die Freiheit lassen, die Neuzugänge zu überprüfen und den Zutritt zu verweigern. Ohne dieses Grundgesetz-Recht gibt es keine Freiheit.
13. Juli 2026
Die, die achtzig Jahre danach auf der Schuld der Deutschen als ihrem historischen Eigentum und ihrer wahren Identität beharren, zeigen nur eines: Sie wären so gern als Parteigenossen und Massenmörder dabeigewesen. Schade für sie, dass sie sich dessen nur unbewußt bewußt sind und sie so ihren privaten Blutrausch nicht innerlich voll ausleben können.
14. Juli 2026
Wie wenige Erfahrungen des Gelingens und wieviele Erfahrungen des Scheiterns!
15. Juli 2026
Wenn eine Partei (man muß sie deshalb weder lieben noch bewundern) eine erfolgreiche Doppelspitze über Jahre hinweg entwickelt hat, sollten alle Wohlwollenden und Sympathisanten sich zurückhalten mit dem Verbreiten von einseitigen Gerüchten und Diversionsversuchen, sondern stattdessen als neutrale Philosophen schweigen. Das Fatalste ist, wenn Journalisten statt zu reportieren sich als politisierende Influenzer im Interesse eigensüchtiger Fraktiönchen betätigen.
16. Juli 2026
Ein Volk geht dann unter, wenn es sich nicht mehr zu helfen weiß.
17. Juli 2026
Mit wenigem hatte Nietzsche so recht wie mit seiner Empfehlung, den Fallenden zu Boden zu stoßen. Als hätte er die bundesdeutschen Altparteien gekannt, die nicht einmal mehr sich selbst vertrauen.
18. Juli 2026
Der notorische Zweifler glaubt felsenfest an den Weltenbaum, von dem er ausgeht und an dem er sich festhält als das, was wahrhaft ist.
19. Juli 2026
Das Fehlen von Grenzen gefährdet oder zerstört sogar menschliches Leben. Die negativsten Seiten der gegebenen Grenzen sind harmlos verglichen mit den Abgründen der Grenzenlosigkeit.
20. Juli 2026
Die Forderung nach Abschaffung aller Grenzen entsteht aus der Hybris beschränkter Geister.
21. Juli 2026
Denen, die partout und verbissen nicht dazugehören wollen, sollte die nachdrückliche Bitte gelten, NOT TO SPOIL THE PARTY. Man kann sie freundlich wie den Trunkenbold bei Wilhelm Busch vor des Hauses Tor schieben.
22. Juli 2026
Ablenkungstaktiken sind in der Regel fruchtlos. Oft fordern sie die Rache des Getäuschten heraus.
23. Juli 2026
Was die Nachbarn denken, kann einem egal sein, denn in aller Regel denken sie nicht, sondern fühlen dumpf. Allerdings sollte man wachsam und verteidigungsbereit sein.
24. Juli 2026
Natürlich weißt du mehr über dich als jeder andere – abgesehen von einigen Außenwirkungsphänomenen. Aber wie an dieses Wissen gelangen, wie einen Durchbruch durch all diese Brüche schaffen?
25. Juli 2026
Mohammeds Medinenser Staat ist ein Menetekel: Solange er in Mekka eine bedrängte Minderheit anführte und er sich beidhändig im Fundus der anderen Schriftreligionen bediente, zeigte er Toleranz. Als seine Richtung stark genug geworden war, wendete er sich gegen die älteren Konkurrenten.
26. Juli 2026
Es ist kein Rassismus, sondern nüchternes Konstatieren der Tatsachen, wenn man bemerkt, daß Frankreichs stark mit schwarzafrikanischen Kolonialfreiwilligen aufgefüllte Fußballmannschaft weniger Europa darstellt als die in vielem hellhäutig-europide Marokkos aus dem arabisch eroberten und überformten Nordafrika.
27. Juli 2026
Die Bevorzugung der eigenen Leute kennzeichnet ein Volk, das nicht erschöpft ist, das nicht abtreten und nicht ersetzt werden will.
28. Juli 2026
Ein Volk wächst, wenn es andere aufnimmt, die sich nicht weigern anders zu werden, als sie zuvor waren.
29. Juli 2026
Es geschah aber zu der Zeit, da Fredericus Martius Landpfleger in Germanien war, dass wenig zu schätzen übrigblieb und sich nach Verbrauchen des Vertrauensvorschusses zeigte, dass die Überlebensrationen verschimmelt waren.
30. Juli 2026
In ihrer Höllenfahrt klammern sich die altbekannten kopflosen Führer aneinander, wie es die Ertrinkenden ihnen vormachen.
31. Juli 2026
Bei dem Ausdruck „unsere Demokratie“ bedeutet das Possessivpronomen die Negation des zweiten Wortes.
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